Hunde begeistern uns immer wieder mit ihrer Energie und Neugierde, mit ihrem großen Vertrauen in uns und ihrer Geduld mit uns Zweibeinern. Diese Zeit wollen wir so lange wie möglich gemeinsam genießen.
Umso wichtiger ist es zu wissen, wie Hunde altern, was ihre Gesundheit erhält und warum "1 Hundejahr gleich 7 Menschenjahre" ein Mythos ist, den wir vergessen müssen.
Hunde sind die Haustierspezies mit den größten Unterschieden in Aussehen und Größe – Ergebnis jahrhundertelanger Zucht. Ebenso unterscheiden sie sich enorm, was den Alterungsprozess angeht: Kleine Hunde sind schneller ausgewachsen, leben aber mit 15-18 Jahren durchschnittlich deutlich länger als große Hunderassen, die schon mit 7 Jahren richtige Senioren sind. Sie reifen zwar langsamer in der Jugend, altern aber rascher.
Die alte Regel „1 Hundejahr = 7 Menschenjahre" greift nicht, da sie diese Faktoren außer Acht lässt. Für eine genaue Altersbestimmung beim Hund braucht es daher komplexere Formeln. Wir haben sie für dich in unseren Hundejahre-Rechner eingebaut, sodass du das Alter deines Hundes ganz bequem ausrechnen kannst.
Für das biologische Alter des Hundes (das nicht immer identisch mit dem auf dem Heimtierausweis ist) sind viele verschiedene Faktoren entscheidend:
Hunde werden mit einer bestimmten genetischen Ausstattung geboren. Daran lässt sich nichts ändern. Hier sind Fell- und Augenfarbe und viele andere Merkmale festgelegt, möglicherweise auch erbliche Erkrankungen beim Hund.
Die Epigenetik benennt Faktoren, die bestimmte Gene aktivieren oder hemmen können. Denn nicht alle vorhandenen Gene werden zwangsläufig abgelesen und kommen so in Aktion.
Beispielsweise kann eine bestimmte Ernährung Bereiche im Erbgut bremsen, die den Alterungsprozess vorantreiben. Umweltgifte wie Feinstaub können hingegen Entzündungsprozesse fördern, die die Zellen belasten.
Hunde scheinen in ihrem Alterungsprozess den Menschen relativ ähnlich zu sein. Die Veränderungen im Körper und die im höheren Lebensalter häufiger auftretenden Krankheiten sind vergleichbar.
Bis ins letzte Detail sind die Abläufe im Körper noch nicht geklärt, es gibt aber viele Hinweise. Hunde eignen sich ganz besonders dafür, diese zu erforschen: Durch die großen Unterschiede zwischen den Hunderassen lassen sich hier die verschiedenen Faktoren gut beleuchten.
Eine These lautet, dass kleinere Hunde langsamer altern, weil sie einen anders eingestellten Stoffwechsel haben als große Hunde. Sie verbrauchen mehr Energie für die Herstellung von Wärme, haben stressresistentere Zellen und niedrigere Level von Wachstumsfaktoren. Sie produzieren auch weniger Sauerstoffradikale, die Schäden im Körper anrichten können.
Bei großen Hunden führen hohe Konzentrationen von Wachstumsfaktoren (z.B. IGF-1) zu starkem Wachstum in der Jugend, können aber die Zellalterung beschleunigen. Außerdem haben sie – vermutlich ebenfalls aufgrund des stärkeren Wachstums – ein höheres Risiko für Krebs.
Wie oft ein Hund am Tag gefüttert werden sollte, ist ein heiß umkämpftes Thema, das unter Hundehaltenden häufig dogmatisch diskutiert wird. Die „Wolfs-Fraktion" plädiert für einmal tägliches Füttern, andere möchten gern deutlich häufiger füttern.
Dabei gibt es hier keine einheitliche Lösung. Als Faustregel gilt: Die meisten Hunde kommen mit einer Fütterung zweimal pro Tag gut zurecht.
Ältere Tiere, Welpen und Hunde mit Erkrankungen z.B. des Magen-Darm-Traktes brauchen hingegen kleinere und häufigere Mahlzeiten, da ihr Organismus mit 1-2 großen Portionen überfordert wäre.
Die Wissenschaft zeigt: Langlebigkeit beginnt oft im Maul. Zahnstein und entzündetes Zahnfleisch bergen jede Menge Bakterien. Diese können über die Blutbahn auswandern und sich an den Herzklappen ansiedeln. Deshalb können Zahnerkrankungen lebensgefährlich für Hunde sein.
Tägliches Zähneputzen sowie die jährliche Zahnreinigung beim Tierarzt können dieses Risiko massiv senken. Zahnpflege beim Hund ist also keine Kosmetik, sondern eine lebensverlängernde Maßnahme: Ein Hund mit gesundem Gebiss lebt statistisch gesehen bis zu 2 Jahre länger.