Pferde sind uns Begleiter, Sportpartner und faszinieren mit ihrer Ausstrahlung – ob Pony oder Vollblut. Für ein gesundes Leben bis ins hohe Alter fordern Gelenke, Stoffwechsel und Verdauung unsere Aufmerksamkeit.
Longevity beim Pferd beginnt – wie bei allen Tieren – mit den Basics:
Von der Natur konzipiert für 16 Stunden langsames Schreiten. Dabei fast permanentes Knabbern an nicht zu energiehaltigen Gräsern. Regelmäßige, wenn auch kurze, Einheiten von Tiefschlaf im Liegen.
Es wird sofort klar, dass 23 Stunden Boxenhaltung, kurzes, aber sehr intensives Training und dreimal tägliche Fütterung mit hochkonzentriertem Kraftfutter nicht der richtige Weg sind. Eine solche Haltung bietet Verdauungsproblemen, Gelenkverschleiß und Stoffwechselentgleisungen Vorschub. Alles assoziiert mit Entzündungsreaktionen, die das Altern der Zellen vorantreiben.
Klassische Gelenkzusätze (Hyaluronsäure, Grünlippenmuscheln) sind gut, aber oft nicht genug. Wenn ein Gelenk bereits entzündet ist (Arthrose), nützt der beste Baustoff nichts, wenn die Baustelle brennt.
Gegen Arthrose beim Pferd sind also Entzündungshemmung und Knorpelernährung in Kombination ein erfolgreiches Team. Daher ist bei akuten Schüben eine tierärztliche Intervention sinnvoll, um die Entzündung zu stoppen. Neben Medikamenten kann auch eine Strahlentherapie erfolgreich Schmerzen und Entzündungen im Gelenk bremsen. Hinzu kommt ein ausgewogenes Bewegungsmanagement sowie die Gabe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese wirken aktiv Entzündungen entgegen.
In Zukunft könnten Inhaltsstoffe wie Fisetin, Quercentin oder Dasatinib helfen, die Entzündung im Gelenk dauerhaft zu reduzieren. Bisher sind sie für den Einsatz beim Pferd aber noch zu wenig erforscht.
Im Alter verschiebt sich die Bakterienzusammensetzung im Darm des Pferdes (Mikrobion), was die Nährstoffaufnahme erschweren kann. Auch die Effizienz des Stoffwechsels lässt nach. Alte Pferde verlieren oft an Gewicht, obwohl sie gut fressen. Eine gezielte Unterstützung der Darmflora sowie regelmäßige Check-ups ist essenziell. So fallen auch Zahnprobleme schneller ins Auge.
Ein altes Pferd wieder „aufzufüttern", ist deutlich schwieriger, als einen guten Zustand zu halten. Besonderes Augenmerk daher im Winter, wenn kaltes und nasses Wetter zusätzliche Energie verbraucht.