Lachsöl steht seit Jahrzehnten in den Regalen jedes Tierbedarfs. Es gilt als Standard für glänzendes Fell und gesunde Gelenke. Doch die Zeiten ändern sich. Verschmutzte Meere, Überfischung und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Bioverfügbarkeit rücken eine neue Quelle in den Fokus: Algenöl.

Ist Algenöl nur ein teurer Hype für vegane Tierhalter? Oder ist es dem klassischen Fischöl medizinisch überlegen? Wir haben die Fakten analysiert – von Schwermetallen bis zur Molekularstruktur.

1. Die Quelle: Fisch produziert gar kein Omega-3

Das ist das am besten gehütete Geheimnis der Fischöl-Industrie: Fische produzieren Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) nicht selbst. Sie reichern es nur an, indem sie Algen fressen.
Wenn wir Fischöl nutzen, gehen wir einen unnötigen Umweg. Wir pressen den "Mittelsmann" aus, anstatt direkt an die Quelle zu gehen. Algenöl (z.B. aus der Mikroalge Schizochytrium sp.) ist das "Original".

2. Das Problem mit der Reinheit (Toxine)

Unsere Ozeane sind leider Müllhalden. Fische filtern das Wasser und speichern Schadstoffe in ihrem Fettgewebe. Dazu gehören:

  • Schwermetalle: Quecksilber, Blei, Arsen.
  • Organische Gifte: PCBs, Dioxine.
  • Mikroplastik: Mittlerweile in fast jedem Meeresfisch nachweisbar.

Fischöl muss aufwendig gereinigt werden, um diese Stoffe zu entfernen. Algenöl hingegen wird in geschlossenen Tanksystemen an Land gezüchtet. Es hat keinen Kontakt zum Meerwasser und ist daher von Natur aus frei von Umweltgiften.

3. Warum Leinöl keine Alternative ist

Viele Tierhalter denken: "Ich gebe doch schon Leinöl, das ist auch pflanzlich." Das ist ein gefährlicher Irrtum.

Pflanzenöle (Lein, Hanf, Walnuss) enthalten ALA (Alpha-Linolensäure). Der Körper von Hunden (und noch viel weniger von Katzen) kann ALA jedoch kaum in die biologisch wirksamen Formen EPA und DHA umwandeln. Die Umwandlungsrate liegt oft unter 5%. Für den therapeutischen Effekt (Entzündungshemmung, Nierenschutz, Gelenke) brauchst du aber EPA und DHA direkt. Algenöl ist die einzige pflanzliche Quelle, die das liefert.

4. Die Ethik: Überfischung stoppen

Milliarden Fische werden jährlich getötet, nur um zu Öl verarbeitet zu werden. Dies trägt massiv zur Überfischung der Weltmeere bei und zerstört das Ökosystem. Algenöl ist nachhaltig. Es wächst schnell nach, verbraucht keine Ackerfläche und schont die Fischbestände. Es ist die einzige logische Wahl für Tierfreunde, die nicht nur ihr eigenes Tier lieben.

Fazit: Der Goldstandard hat gewechselt

Fischöl war gestern. Es gibt heute keinen medizinischen oder ethischen Grund mehr, den Umweg über den Fisch zu gehen. Algenöl ist reiner, sicherer und schont den Planeten – bei exakt derselben (oder sogar besseren) Wirkung für die Gesundheit deines Tieres.